Erklärung zum "Tag der Arbeit"

Veröffentlicht am 28.04.2014 in Standpunkte

Der 1. Mai vergegenwärtigt die Vision von „Guter Arbeit“. "Gute Arbeit" so lautet das bundesweite Motto des 1. Mai 2014. Wir unterstützen das Anliegen der Gewerkschaften als SPD in Achern – und wollen uns dafür im kommenden Gemeinderat auch tatkräftig in Achern stark machen!    

Warum?

Erstens steht die Bundes-SPD wieder zu ihrer geschichtlichen Identität. Soziale Gerechtigkeit ist ihr wieder wichtig. So setzt sich die SPD in der Koalition für die Umsetzung dieser Vision ein, wie zum Beispiel durch die Einführung der Rente mit 63 oder die gesetzliche Umsetzung des Mindestlohnes. Zweitens leben wir in Achern nicht in einer Oase der guten Arbeit, trotz statistisch geringer Arbeitslosigkeit.

Drei Punkte scheinen uns deshalb am 1. Mai erwähnenswert:

a) Fährt man mit offenen Augen durch Achern, wird man an zwei zentralen Stellen mit den Industrierruinen einst glänzender Arbeit konfrontiert: Die Gebäude von der Papierfabrik Lott und der Glashütte. Sie zeigen, dass Achern nicht von der großen weiten Welt unberührt bleibt und blieb. Achern ist Spiegelbild der negativen Kehrseite der ökonomischen Globalisierung, in der oft versucht wird, Produktionskosten zu drücken. Beide Firmen trugen zum Glanze der Stadt bei … und verschwanden sang und klanglos in der Bedeutungslosigkeit. Schade! Wieviel gute Arbeit wurde hier von Generationen von Arbeitern geschaffen? Deshalb fordern wir ein öffentliches Mahn- und Gedenkmal für diese Tradition guter Arbeit in Achern. Ein Gedenkmal, das zudem daran erinnert, wie im Zuge der Globalisierung solches mit einem Federstrich zunichte gemacht werden kann!
Gleichzeitig wollen wir uns im Gemeinderat in den nächsten Jahren für die soziale Nutzung dieser offenen Terrains einsetzen, die der Bedeutung der Gebiete entspricht.

b) Nun bedeutet ´Gute Arbeit` immer auch guten Lohn: besser noch gerechten Lohn (so drückt es die Christliche Sozialethik aus). Gerechter Lohn bedeutet von Erwerbsarbeit leben zu können. Das neue Gesetz sieht ausdrücklich vor, auch Praktikantinnen und Praktikanten einzubeziehen. Arbeiten sie länger als 6 Wochen in einer Einrichtung, dann sind sie nach dem Mindestlohn zu bezahlen. Das ist besonders für die berühmt gewordene „Generation Praktikum“ ein enormer Fortschritt! Den begrüßen wir und möchten entsprechendes öffentliches Bewusstseinsarbeit leisten.

c) Ausdrücklich wollen wir an diesem 1. Mai den Männern und Frauen danken, die vor Ort in Betrieben, Behörden oder kirchlichen Einrichtungen für „Gute Arbeit“ sorgen: den Betriebs-, Personalräten und Mitarbeitervertretern. Ohne dieses Engagement wäre gute Arbeit für Kolleginnen und Kollegen gar nicht möglich. Gratulieren wollen wir allen neu- und wiedergewählten Interessenvertretern. Wir möchten mit Ihnen ins Gespräch kommen und entsprechend ihre Anliegen im Gemeinderat vertreten.

Für die SPD Achern

Dr. Patrik Schneider