Ortsverein

Rückblick Stockfischessen 2016


Gastredner Paul Schobel

Sozialkritik von heute war Mittelpunkt des politischen Aschermittwochs des SPD- Ortsverein. Rund 30 Mitglieder hörten die Visionen, die der aus dem Radio bekannte Pfarrer Paul Schobel für die Partei hat.

Als Gerechtigkeitspartei habe die SPD begonnen und »Gerechtigkeit erhöht ein Volk …« zitierte der Seelsorger aus Böblingen die Bibel. Doch inzwischen habe man die Gerechtigkeit dem Markt preisgegeben. Der Reichtum der Welt gründe sich auf der Armut vieler – auch in Deutschland. Armut werde oft still ausgelitten und sei in einem reichen Land besonders schmerzlich, so Paul Schobel. Den biblischen Grundsatz »Arme soll es bei euch gar nicht geben« höre man derzeit nirgends. Dringend mahnte er eine »neue Ökonomie des Teilens« an.

Das derzeitige Wirtschaftssystem sei ethisch nicht haltbar. »Die SPD als Anwältin der abhängigen Arbeit – das wünsche ich mir«, so der Sprecher. Solidarität gehöre in die Mitte der Partei-Agenda.

»Auf der Metaebene ist das eine schöne Vorstellung«, entgegnete da Reinhart Köstlin, der zuvor für 50 Jahre Mitgliedschaft in der SPD geehrt worden war. Konkret habe er mit den Vorschlägen von Paul Schobel aber seine Schwierigkeiten. Es sei nicht richtig, dem Staat vorzuwerfen, er würde sich nicht um Arbeitslose und Arme kümmern. Viele Firmen der Ortenau gehen aus seiner Sicht sehr gut mit ihren Mitarbeitern um. Und manche Menschen könne man einfach nicht zur Arbeit bewegen und löste damit eine rege Diskussion aus.

Zahlreiche Wortmeldungen bewiesen, dass die Parteimitglieder zum Thema Arbeit und Solidarität viel beitragen können.

 

Ehrungen prägen das Stockfischessen 2015

Nicht draufhauen, sondern gemeinsam für die gute Sache kämpfen – neben Begegnungen mit einem langjährigen Arbeiterbewegten aus dem Kinzigtal brachte das traditionelle Stockfischessen der Acherner SPD die Auszeichnung des Acherner SPD-Urgesteins Karl Fischer mit der Willy- Brandt-Medaille. Patrik Schneider, Vorsitzender der SPD Achern, erläuterte, dass die 1996 geschaffene Medaille mit dem Namen des Bundeskanzlers und Friedensnobelpreisträgers Willy Brandt die höchste Auszeichnung der Partei ist und zurecht an Karl Fischer geht. „Du warst 1953 mit Männern wie Gustav Heinemann, Erhard Eppler und Johannes Rau Gründungsmitglied der gesamtdeutschen Volkspartei, bist 1957 mit diesen in die SPD eingetreten, warst bis 1989 30 Jahre Gemeinderat in Achern, hast in dieser Zeit für den Bürgermeisterposten kandidiert, die Acherner Politik geprägt und nicht unwesentlich zum Gelingen großer Reformen wie der Kreisreform 1973 beigetragen.“

Hohes Lob für Karl Fischer fand auch Oberbürgermeister Klaus Muttach (CDU). Der Geehrte, sei über Jahrzehnte für „reinen Wein“ für die Bürger gestanden. Damit und darüber hinaus sei er auch nach seinem 90. Geburtstag noch ein leuchtendes Beispiel dafür, wie Kommunalpolitik bei allen Auseinandersetzungen zwischen lebendigen Parteien von einem breiten persönlichen Grundkonsens lebe. „Für mich war es eine schöne und erfolgreiche Zeit“, fasste Karl Fischer zusammen. In einer Zeit, da die SPD in Achern ausschließlich Partei der Glashütten- und Sensenfabrikarbeiter gewesenen sei, sei der Eintritt eines Bürgerlichen noch ungewöhnlich gewesen. „Es darf nie wieder Krieg geben“, sei nach der Rückkehr aus französischer Gefangenschaft sein klares Ziel gewesen. Mit Rau, Eppler und Heinemann habe ihn vor allem der Kampf gegen die beginnende Wiederaufrüstung in der Adenauer-Zeit verbunden. Zu den besonders wertvollen Begegnungen habe für ihn neben den privaten Besuchen Gustav Heinemanns und neben dem Zusammentreffen mit Robert Scholl, dem Vater der Geschwister Sophie und Hans Scholl, auch der von Willy Brandt gehört. Anlässlich des 125-jährigen Bestehens der Acherner SPD habe er Brandt für einen Besuch in der Hornisgrindestadt gewinnen können. Die Kommunalpolitik sei zu seiner Zeit mit bis zu zehn SPD-Gemeinderäten und Wahlergebnissen von bis zu 30 Prozent neben „fetzigen“ Auseinandersetzungen mit Räten wie Albers oder Lang und Oberbürgermeister Winfried Rosenfelder immer auch dadurch gekennzeichnet gewesen, dass man nach den Sitzungen miteinander ein Glas Wein oder Bier habe trinken können.

Die Ehrung mit der goldenen Nadel der Partei gab es auch für Günther Hamsch. Seit 40 Jahren Mitglied der Partei, habe Günther Hamsch ein hervorragendes Beispiel für politisches Engagement gesetzt, lobte Patrik Schneider. Dank fand der Vorsitzende zuvor auch für Gotthard Vetter und Helmut Lind.

Führte der aus Haslach im Kinzigtal kommende Autor Gotthard Vetter mit Vorträgen aus seinem Leben zurück in die Zeiten, da Kinder Jabo-Angriffe erlebten und sich der Gefahren kaum bewusst waren, in den wirtschaftlichen Wiederaufbau und Erfahrungen als Entwicklungshelfer in Indien, so landete er beim Widerstand gegen das Kernkraftwerk Wyhl und den Ausbau der Kinzigtalstraße, um zur Wachsamkeit und konfliktbereiten gemeinschaftlichen Auseinandersetzung für die gute Sache zu ermuntern.

Helmut Lind aus Rheinau erhielt viel Beifall fürs Ziehharmonikaspiel und bis zum beschließenden Lied der Arbeiterbewegung „Brüder zur Sonne, zur Freiheit“ herzhaft mitgesungene Bauern- und Volkslieder.

Bericht: ABB 20.02.2015

 

Neuer Ortsvereinsvorstand gewählt

Der Vorstand des SPD-Ortsvereins Achern hat sich neu aufgestellt. Vier durch Rücktritt frei gewordene Posten wurden bei der Hauptversammlung am Donnerstag im Ratskeller mit den vom Vorstand vorgeschlagenen Kandidaten besetzt.

Der im Februar 2014 ins Amt gewählte Vorsitzende Patrik Schneider blickte mit Zufriedenheit auf das Geleistete zurück. Bei der Wahl zum Gemeinderat habe die SPD im Mai „stark zugelegt“, der dritte Kandidat habe den Einzug ins Stadtparlament „nur knapp verpasst“. Allein in den Ortsteilen zeigten sich noch große Baustellen, erklärte Schneider und hob als motivierendes Beispiel das „tolle Ergebnis in Wagshurst“ hervor. Der Gruppe um Arno Thierfelder wurde für ihren Einsatz bei der Plakatierungsaktion gedankt, dessen Organisation den neu gewählten Vorstand vor viele Probleme stellte. „In Fragen der Logistik müssen wir noch kräftig zulegen“, räumte Schneider ein und versprach „strukturelle Verbesserungen“ im Vorfeld des bevorstehenden Landtagswahlkampfs. Aktuell stehe die „Zukunftswerkstatt SPD“ auf dem Programm, in der die Mitglieder zur Selbstreflektion und Entwicklung neuer Ideen aufgerufen sind. Für diese Arbeit ganz besonders Jugendliche anzusprechen, gehörte zu den von Schneider als vordringlich angeführten Zielvorstellungen.

Breiten Raum widmete die Versammlung dem Thema Asylpolitik. „Die Lage der Flüchtlinge kann uns nicht kalt lassen, hier müssen wir aktiv tätig werden“, erklärte Schneider. Markus Singrün ergänzte, dass in Achern 2015 100 bis 120 Flüchtlinge unterkommen sollen. Es sei eine „richtige, humane, langwierige Aufgabe“, für die sich vor Ort bereits ein rühriger, interkonfessioneller und nicht parteigebundener Unterstützerkreis gebildet habe.

Schneider informierte ferner, dass die langjährige Kassiererin Christa Graf- Ringwald die arbeitsintensive Aufgabe nicht länger bewältigen will. Auch die stellvertretenden Vorsitzenden Arnold Thierfelder und Wolfgang Reinschmidt sowie Schriftführer Tobias Schnurr traten zurück. An ihrer Stelle wurden Jürgen Scholles und Kevin Knöpfel als stellvertretende Vorsitzende und Lothar Junkes als Kassierer gewählt. Die Aufgaben des Schriftführers wollen Schneider und Scholles in Zukunft gemeinschaftlich wahrnehmen. Die Kassenprüfung wird von Eckhard Bartz und Wolfgang Reinschmidt übernommen. Tobias Schnurr rochiert auf das Amt des Beisitzers. Als Kreisdelegierte wurden außerdem Kevin Knöpfel, Lothar Junkes und Patrik Schneider gewählt.

Langjährige Mitglieder wurden überdies geehrt. Dies waren für zehn Jahre Mitgliedschaft: Tobias Schnurr, Charlotte Friedrich, Gisela Kontor; 25 Jahre: Lothar Junkes, 40 Jahre: Jutta Himstedt, Norbert Knopf, Eckard Bartz und Günther Hamsch.

Presseerklärung der SPD Achern am 22.04.2014

"Das Atomkraftwerk Fessenheim ist nun stillgelegt worden. Der öffentliche Druck wurde offensichtlich zu groß. Vor drei Jahren forderten Bürger und Gewerkschafter den hiesigen Gemeinderat auf, eine Resolution gegen die Betreibung des Kraftwerkes auszusprechen und die Stillegung zu fordern, was dann im Oktober 2011 auch geschah. Vorausgegangen waren wochenlange Mahnwachen von Bürgern, die sich mit den Menschen in Japan solidarisierten und sich Gedanken über den Atomausstieg machten. Genau das ist sinnvolle lokale Politik: Das Weltgeschehen auf die lokale Ebene zu transformieren, so Dr. Patrik Schneider, einer der Mitinitatoren der Mahnwachen 2011 und nun Kandidat auf der hiesigen SPD-Liste „Global denken und lokal handeln“. Dazu braucht es eine starke Vertretung im Gemeinderat. Damals brachte Markus Singrün, der einzige SPD Gemeinderat, die Resolution in den Gemeinderat ein. Unterstützt wurde er von den Initatoren der Mahnwache. Es war ein Erfolg: Die Resolution wurde einstimmig im Gemeinderat verabschiedet. „In Zukunft wollen wir mit Fraktionsstatus wieder im Gemeinderat stark aktiv sein“, so Singrün. „Das ist das Ziel unseres kommunalen Wahlkampfes“. Dabei sollen die „Interessen der Ungehörten, der leisen, der Schwächeren“ in den politischen Diskus gebracht werden, so Schneider. Schneider erinnerte an die Glashüttenbeschäftigten. 250 Menschen sind arbeitslos geworden. „Wer redet über die heute noch? Wir vergessen schnell im Mainstream. Wir wollen mit unserer Politik zum einen Klagemauer, aber auch Sprachrohr für genau solche Anliegen werden."

Dr. Patrik Schneider, 1. Vorsitzender

Termine

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24.01.2018, 19:00 Uhr Kreisvorstandsitzung KV Ortenau

25.01.2018, 19:00 Uhr - 22:00 Uhr Treffen des "Acherner Kreises"
Liebe Genossinnen und liebe Genossen,   notwendigerweise ringt die SPD um eine, wie …

21.03.2018, 19:00 Uhr Kreisvorstandsitzung KV Ortenau

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